„Nach dem holprigen Start gilt es nun, die verbleibenden vier Jahre bis zum Ende des Programms „Horizon 2020“ bestmöglich zu nutzen.“

„Nach dem holprigen Start gilt es nun, die verbleibenden vier Jahre bis zum Ende des Programms „Horizon 2020“ bestmöglich zu nutzen.“

Dr. Peter Erni ist der Direktor des Informations- und Beratungsnetzwerks Euresearch. Er beschreibt im Interview den aktuellen Stand für in der Schweiz Forschende, die am weltweit grössten Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ teilnehmen möchten.

Herr Erni, die Schweiz ist seit dem 1. Januar 2017 vollumfänglich am Europäischen Forschungsrahmen Programm „Horizon 2020“ assoziiert. Was heisst dies konkret für in der Schweiz Forschende? Lohnt sich eine Teilnahme für die restliche Laufzeit von Horizon 2020 überhaupt noch?
Die Assoziierung sichert den Teilnehmenden aus der Schweiz die gleichen Rechte wie den EU-Mitgliedstaaten zu. Also voller Zugang zu Horizon 2020 und keine Benachteiligung. Kurzum, die Bedingungen für eine Teilnahme sind erneut ideal und zwar für alle Projekteingaben bis Ende 2020. Nach dem holprigen Start gilt es nun, die verbleibenden vier Jahre bis zum Ende des aktuellen achten Forschungsrahmenprogramms „Horizon 2020“ bestmöglich zu nutzen.

Heisst die Vollassoziierung nun „alles ist gut“ oder haben Forschende durch die Zeit der Teilassoziierung Schwierigkeiten sich an Projekten zu beteiligen?
Sämtliche Projekte, welche zwischen 2014 und 2016 unterschrieben wurden, sind für deren gesamte Laufzeit gesichert. Es ist nicht mit „Altlasten“ aus der Zeit 2014-2016 zu rechnen, weder für laufende noch für neue Projekte. Forschende aus der Schweiz sind wieder gleichberechtigte Partner, in der für die Schweiz sehr wichtigen europäischen Forschungszusammenarbeit.

Wie informiert Euresearch Interessierte über den aktuellen Stand?
Wie in der Wirtschaft wirkt sich ein unsicheres Umfeld auch negativ auf Forschung und Innovation aus. Wir können nicht genügend oft wiederholen, dass die Assoziierung seit dem 1. Januar 2017 in Kraft ist und keinesfalls in Frage gestellt wird. Um den Forschenden in der Schweiz die aktuelle Situation zu verdeutlichen und um die Sichtbarkeit von Horizon 2020 zu erhöhen, organisieren das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation gemeinsam mit Euresearch am 14. März 2017 einen Anlass in Bern, der sich sowohl an Forschende wie auch an ein breites Publikum richtet. Grundsätzlich stehen wir allen jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Interessenten können sich bei uns melden, wir unterstützen alle gerne und erst noch kostenlos.

Kann die Schweiz als assoziiertes Land Einfluss nehmen auf die Forschungsfragen der Zukunft, also auf das nachfolgende neunte europäische „Rahmenprogramm für Forschung und Innovation“?
Ein wichtiger Aspekt der Assoziierung ist die sich daraus ergebende Möglichkeit, bei allen Ausschreibungen und zu gleichen Bedingungen teilnehmen zu können. Aber die Assoziierung ermöglicht der Schweiz ebenfalls, bei der Ausgestaltung des Forschungsrahmenprogramms Vorschläge einzureichen. Diese Aufgabe nimmt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI wahr. Die Schweiz ist ein wichtiger Forschungsstandort und die Mitarbeit in den unterschiedlichen europäischen Gremien wird von den europäischen Partnern sehr geschätzt.

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